Nachbarschaftsgarten und öffentliche Grünanlage am Ostkreuz in Berlin
Völkervervielfältigung
Völkervervielfältigung

Völkervervielfältigung

Vorigen Samstag haben wir zwei Ableger gemacht.
Wir haben dazu aus jedem Volk zwei Waben mit Brut entnommen (wichtig: es musste ganz junge Brut, nicht älter als drei Tage, dabei sein) und jeweils in zwei neue Bienenkästen (Zargen) gestellt. In diese Zargen kamen außerdem noch Rähmchen mit Mittelwänden aus Wachs, die die Bienen dann ausbauen können, sowie je eine Futterwabe, also eine Wabe, in der Honig und Pollen eingelagert sind. Damit die Bienchen bisschen zu futtern haben beim Neuanfang…
Zu beachten war, dass auf den Brutwaben nicht die Königin sitzt. DENN: Unsere Ableger sollten keine Königin haben (die Königinnen sollten hübsch bei ihren angestammten Völkern bleiben), da sie aber über ganz frische Brut verfügen, können (und sollen!) sie sich selbst eine neue Königin ziehen. Merke: Jedes gewöhnliche befruchtete Ei taugt dazu, eine normale Arbeitsbiene hervorzubringen, aber ebenso eine Königin! Diese bekommt nur ein spezielles Futter, das bekannte Gelee Royal. Ist die Brut also nicht älter als drei Tage und die Bienen merken, es ist keine Königin im Stock (die riechen das…), dann beginnen sie umgehend damit, sich eine Königin „anzulegen“.

So weit die Theorie. 
Heute, eine Woche später, stellten wir fest, dass ein Ableger sich nach Lehrbuch verhält (Königinnenzellen sind angelegt, sonst alles ruhig und okay), der andere aber Rätsel aufgibt…
In diesem haben wir eine verlassene Königinnenzelle gefunden. Die muss, falls da eine Königin ausgeschlüpft ist, schon vorher auf der Wabe angelegt gewesen sein. Okay, das könnten wir übersehen haben. ABER: Die Königin war nicht zu finden. Und bei den drei Waben und entsprechend wenigen Bienen ist das eigentlich kein Problem. 
Außerdem: Es findet sich unverdeckelte Brut. Normalerweise bleibt Brut nicht länger als sechs Tage unverdeckelt (nach dieser Zeit ist eine Schicht aus Wachs darüber und man kann nicht mehr hineinsehen). Da der Ableger vor sieben Tagen gemacht wurde, müsste diese Brut danach gelegt worden sein. Aber von wem? Selbst Alt-Imker Hans war mit seinem Latein am Ende.
Wir warten ab und sind schon sehr gespannt, was uns nächste Woche erwartet.

Hier noch einige Impressionen vom Ablegermachtag:



sieht gut aus, nicht wahr? (Bienen zu fotografieren ist ziemlich knifflig, wenn sie sich bewegen…)

 auch Bienen brauchen Wasser

prüfende Blicke sind sehr wichtig beim Imkern:

 Besuch hatten wir auch – von Marlene!

Das Allergrößte an dem Tag war, dass wir der Geburt gleich mehrerer Bienen zusehen durften. Das hätten wir besser filmisch festgehalten, aber wir sind ja Imker und keine Dokumentaristen…

auf der rechten Bildseite (Mitte) sieht man, wie sie sich durchzubeißen beginnt! Keine Minute später rannte die Lady schon über die Wabe, noch bisschen feucht, aber fidel. Toll.

Hier noch eine Drohnenwabe (das erkläre ich irgendwann anders mal):

die haben wir entnommen und ins Gebüsch gehängt. Drei Tage später hatten die Vögel sich schon das gute Protein geholt:


Das war es für heute – good bye and good luck!

 

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